GEspringWAsser Schmalkalden
Gothaer Str. 2a
98574 Schmalkalden
Der besondere Name des Eigenbetriebes GEWAS
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Blick auf das Buntsandstein-Fassungsbauwerk des Gesprings aus der Vogelperspektive - ©  by Bießmann + Büttner, Reiherstor 9 c, 98574 Schmalkalden (1997) - Für Videostart bitte Doppel-Klick! Blick auf das Buntsandstein-Fassungsbauwerk des Gesprings aus der Vogelperspektive - ©  by Bießmann + Büttner, Reiherstor 9 c, 98574 Schmalkalden (1997)

Der Eigenbetrieb GEWAS trägt den Namen der größten Quelle Südthüringens - das

G e s p r i n g .

Zwei Winteraspekte am Gespring - ©  by WL Dr.U.Ska (GEWAS) Blick von Westen auf das Buntsandstein-Fassungsbauwerk der Gespring-Quelle - ©  by Bießmann + Büttner, Reiherstor 9 c, 98574 Schmalkalden (1997)
Seine Rohwasserschüttung beträgt im Mittel um 20.000 m³ am Tag. Gemessene Spitzenwerte lagen sogar um 43.000 m³. Gebunden an einen Karst-Kluft-Kombinationsgrundwasserleiter war diese Quelle bereits seit ihrer beginnenden öffentlichen Nutzung (1516) durch technisch nicht beherrschbare Starkeintrübungen (Hochwassereinbrüche der Schmalkalde; Erdfälle des oberflächennahen Plattendolomits im Grundwasseranstrom) gekennzeichnet, was seit 1887 immer mal wieder für mehrere Tage die öffentliche Wasserversorgung zum Erliegen brachte.

Schmalkalde-Hochwasser am 10. August 1981 überflutet die Gespringwiesen und überströmt das Fassungsbauwerk des Gesprings (Die öffentliche leitungsgebundene Wasserversorgung kam für mehrere Tage zum Erliegen!) - ©  by WL Dr.U.Ska (GEWAS) Schmalkalde-Hochwasser am 10. August 1981 überflutet die Gespringwiesen und überströmt das Fassungsbauwerk des Gesprings (Die öffentliche leitungsgebundene Wasserversorgung kam für mehrere Tage zum Erliegen!) - ©  by WL Dr.U.Ska (GEWAS)
Denn der verkarstete, oberflächennahe, dolomitische Grundwasserleiter verfügt nur über eine sehr geringe Filter- und Sorptionsleistung. Derartig hydrogeologisch strukturierte Karstgebiete besitzen die höchste Verschmutzungsempfindlichkeit gegenüber dem Grundwasser. Darüber hinaus führten die über Jahrhunderte gewachsenen Nutzungsstrukturen (Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft, Gartenbau, Straßenbau, Wohnbesiedlung u.ä.) im unmittelbaren Einzugsgebiet des Gesprings aus der Sicht der gegenwärtig gültigen wasser- wie gesundheitsrechtlichen Standards zu irreparablen Konfliktpotenzialen gegenüber einer unbedenklichen öffentlichen Wasserversorgung. Eine dauerhafte Schützbarkeit des Dargebotes war für die Zukunft ohne gravierende, nicht zumutbare Einschränkungen für Wirtschaft und Bevölkerung nicht mehr gegeben. Schließlich veranlasste dies die Fachbehörden, eine zeitlich unbefristete Rohwasserentnahme aus dem Gespring zum Zwecke der öffentlichen Trinkwassergewinnung zu versagen.

historische Aufnahme Gespring von 1906 - ©  by unbekannt (Postkarte) historische Aufnahme Gespring von 1906 - ©  by unbekannt (Postkarte)

Aus diesen Gründen wurde das Gespring-Dargebot durch eine hygienisch unbedenkliche und technisch auf dem neuesten Stand funktionierende Fernwassereinspeisung ersetzt. So werden im Zuge dieser zwingenden Neuordnung der öffentlichen Wasserversorgung seit dem 1. Januar 2003 ca. 27.000 Einwohner im Raum Schmalkalden, Floh-Seligenthal, Wernshausen und Fambach mit qualitativ hochwertigem Fernwasser der Fernwasserversorgung Südthüringen über die 1999 neu errichtete Trinkwasseraufbereitungsanlage am Standort Schönbrunn versorgt.

Forelle im Gespringbecken zu einem eintrübungsfreiem Zeitpunkt - ©  by WL Dr.U.Ska (GEWAS) Forelle im Gespringbecken zu einem eintrübungsfreiem Zeitpunkt- ©  by WL Dr.U.Ska (GEWAS)

Da das Gespring über Jahrhunderte unmittelbar die Entwicklung der Stadt Schmalkalden mitprägte, spürt man auch heute noch eine wünschenswerte, teilweise emotional geprägte Identifikationsbindung der Schmalkalder Bürger mit "ihrem" Gespring. Erwähnenswert sei an dieser Stelle vielleicht der Hinweis, dass nicht zuletzt wegen der Quellwassertemperatur von deutlich über 0°C (Mittelwerte zwischen 7 bis 8°C) auch im Winter das Betreiben mehrerer wasserradgetriebener Schleifkoten stromabwärts im Mittelalter möglich war. Dies war in Zeiten, wo es durchaus vorkam, dass sowohl die Schmalkalde als auch die Werra bis auf den Grund zufroren, ein enormer Standortvorteil für das aufblühende mittelalterliche Schmalkalden. Mit der Namensgebung

"GEspringWAsser Schmalkalden"

2008 - ruinöses mittelalterliches Fassungsbauwerk mit z. T. stark verwittertem Buntsandstein - ©  by WL Dr.U.Ska (GEWAS) 2008 - ruinöses mittelalterliches Fassungsbauwerk mit z. T. stark verwittertem Buntsandstein - ©  by WL Dr.U.Ska (GEWAS)
soll diese Identifikation unterstützt und der historischen Bedeutsamkeit dieser großen Quelle Rechnung getragen werden. Im Übrigen, nicht umsonst ist das GESPRING sowohl geologisches als auch technisches Denkmal, das allerdings immer noch auf seine erforderliche Revitalisierung und öffentliche Zugänglichkeit wartet.


GESPRING-VISIONEN  -  Der Wasser- und Quellen-Parcours zu SCHMALKALDEN - ©  by Bießmann + Büttner, Reiherstor 9 c, 98574 Schmalkalden (1998) GESPRING-VISIONEN  -  Der Wasser- und Quellen-Parcours zu SCHMALKALDEN - ©  by Bießmann + Büttner, Reiherstor 9 c, 98574 Schmalkalden (1998)

Visionen und Ideen hier Veränderungen im Interesse der Öffentlichkeit herbeizuführen gibt es schon seit über 10 Jahren. Die hierfür notwendigen Finanzierungsquellen standen bis heute bedauerlicherweise für GEWAS noch nicht zur Verfügung. Das Ziel, dieses einzigartige geologische wie technische Denkmal in seiner langjährigen landschaftsgenetischen und gesellschaftsbezogenen Entwicklung sowie technischen Historie unserer Generation und der Nachwelt zu erhalten, darf nie aus dem Auge verloren werden.